Spritpreisdatenbank: Augenauswischerei oder richtiger Schritt?
Die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC forderten am Mittwoch in Aussendungen selbst Zugang zu den Daten, um ihre Mitglieder über Internet, SMS-Service und Teletext informieren zu können - die Mineralölindustrie schimpft derweil über "Populismus".

Foto © APA
Tankstellenbetreiber sollen künftig in einer Spritpreisdatenbank die aktuellen Spritpreise bekanntgeben. Die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC forderten am Mittwoch in Aussendungen selbst Zugang zu den Daten, um ihre Mitglieder über Internet, SMS-Service und Teletext informieren zu können. Die Mineralölindustrie hingegen sieht primär Mehrkosten, die Konsument und Steuerzahler dadurch zu tragen hätten.
Falls die Novelle zum Preistransparenzgesetz so beschlossen wird, wie derzeit geplant, dann können Verbraucher künftig via Internet die günstigsten Tankstellen in ihrer Umgebung finden. Die Begutachtungsfrist für die Gesetzesänderung endete nun.
Was die Autofahrerclubs jubeln lässt, stoßt der Mineralölindustrie sauer auf. Autofahrer werden für Um- und Extrawege zu billigen Tankstellen mehr Geld ausgeben, als sie sich beim Tanken ersparen, warnt Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie in einer Aussendung. Die Preisunterschiede in einer Region würden in der Regel nur wenige Cent pro Liter betragen, bei einem amtlichen Kilometergeld von 42 Cent würde sich eine scheinbare Ersparnis rasch als Verlust erweisen.
Anders sehen das die Autofahrerclubs: "Mit der Spritpreisdatenbank setzt Österreich Maßstäbe bei der Transparenz von Spritpreisen, von denen andere Länder nur träumen können", so der ARBÖ. "Die neue Datenbank ist außerdem eine echte Chance, die Analyse des österreichischen Kraftstoffmarktes auf neue Füße zu stellen", ist auch ÖAMTC-Verkehrsexperte Martin Grasslober voll des Lobes für das Vorhaben.
Der Mineralölverband wiederum wähnt sich unter hartem Verdrängungswettbewerb. Das internationale Beratungsunternehmen Wood Mackenzie habe aufgezeigt, dass mit Kraftstoffen in Österreich "kaum mehr etwas zu verdienen" sei. Laut der Interessensvertretung können Benzin und Diesel nur dann billiger werden, wenn die internationalen Preise sinken oder die Mineralölsteuer reduziert wird.
Die österreichischen Kraftstoffpreise bewegen sich seit Jahren unter dem EU-Durchschnitt. "Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Der Nutzen für die Autofahrer wird gering sein, die Kosten für Verwaltung und Wirtschaft werden aber in die hunderttausende Euro gehen. Die Mehrkosten werden wie immer der Konsument und der Steuerzahler tragen", so Capek.














