Streit um Schadstoffwerte: Porsche Austria klagt VCÖ
Es geht um eine Presseaussendung durch den Verkehrsclub Österreich zum Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2), wodurch sich die Porsche AG fälschlich an den Pranger gestellt sieht: "Daten haben nichts mit Realität zu tun".

Foto © Porsche
Im Streit zwischen dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und Porsche Austria hat der kleine Club nun große Unterstützung bekommen. Am heutigen Montag haben unter anderem die SPÖ, die Grünen, Greenpeace und der WWF den Autokonzern aufgefordert, die Klage geben die Non-Profit-Organisation zurück zu ziehen. Der Konzern, der hierzulande auch die VW-Palette vertreibt, hat den VCÖ auf Unterlassung geklagt. Dabei geht es um eine VCÖ-Presseaussendung zum Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2), wodurch sich die Porsche AG fälschlich an den Pranger gestellt sieht.
"Anstatt endlich seine Hausaufgaben zu machen und spritsparendere Fahrzeuge anzubieten, will der VW-Konzern lieber eine Organisation mundtot machen, die sich für klimafreundliche Mobilität einsetzt", empörte sich die Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz am Montag in einer Aussendung. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000, ergänzte: "Seit 20 Jahren wird vom 3-Liter Verbrauch geredet, der Durchschnittsverbrauch der VW-Neuwagenflotte ist fast doppelt so hoch. Zum Schaden für das Klima. Und zum Schaden für die Autofahrer und Autofahrerinnen, die viel höhere Spritkosten haben".
Für die SPÖ ist die Klage "einfach nur peinlich". Anstatt nachhaltig zum Klimaschutz beizutragen und ihrem historischen Auftrag nachzukommen - immerhin war der erste Hybrid-Antrieb der Welt eine Erfindung Porsches - "betreibt VW nun durch die Klage gegen den VCÖ nachhaltig Imageschädigung", so SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr.
In die gleiche Kerbe schlägt auch die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser: "Wäre es nicht der Versuch eines Weltkonzerns, seriöse Kritiker mit einer Klage mit saftigem Streitwert einzuschüchtern, wäre es fast zum Lachen: VW-Generalimporteur Porsche Austria zieht gegen den VCÖ vor Gericht, weil dieser auf offiziellen Daten der EU-Kommission (!) beruhende Angaben seiner europäischen Dachorganisation T&E verbreitete, die zeigen, dass die VW-Gruppe bei den durchschnittlichen CO2-Emissionen der 2009 in der EU verkauften Neuwagen unter 14 Hersteller-Gruppen nur den blamablen 12. Platz belegte".
Porsche Austria beharrt unterdessen auf der Klage: Der VCÖ habe Daten publiziert, die nichts mit der Realität zu tun hätten, "und das sollen sie zurück ziehen", so Sprecher Hermann Becker.
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Der VCÖ hat mittlerweile auf seiner Homepage eine Online-Petition gestartet.













