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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 um 21:13 UhrKommentare

Raser zeigen wenig Einsicht

Im Vorjahr fast 420.000 Schnellfahrer in Kärnten abgestraft. Zahl der Handytelefonierer am Steuer steigt, auch Drogen werden zum Problem.

418.002 Temposünder auf Kärntens Straßen

Foto © Fotolia418.002 Temposünder auf Kärntens Straßen

Ein Tag auf Kärntens Straßen: 1200 gefasste Schnellfahrer, zehn Alkolenker, 26 Strafmandate wegen nicht angelegtem Sicherheitsgurt, 33 Lenker, die hinter dem Steuer telefoniert oder SMS geschrieben haben. Dieses Sittenbild wird wiedergegeben durch die Statistikzahlen des Innenministeriums für das Vorjahr. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat das Material gesichtet und analysiert.

VCÖ-Experte Martin Blum: "Im Vorjahr wurden österreichweit über eine Million Autofahrer bei Polizeikontrollen auf Alkohol getestet. Das sind über 20 Prozent mehr als noch im Jahr davor, und das ist gut so."

Sorgen bereitet dem Verkehrsclub die Zunahme von Lenkern, die unter Drogeneinfluss unterwegs sind: plus 16,6 Prozent. Deutlich angestiegen ist im Österreichschnitt auch die Zahl der Handytelefonierer: Anstieg um 5,7 Prozent. Ein Dauerbrennerthema bleiben Schnellfahrer.

Rund 350.000 Radaranzeigen gab es im Vorjahr. Dazu noch fast 70.000 Organstrafen. Für Oberstleutnant Hanspeter Mailänder, dem stellvertretenden Leiter der Verkehrsabteilung im Landespolizeikommando Kärnten, ist die fehlende Einsicht vieler Autofahrer über ihr Verkehrsverhalten einfach schockierend.

"Bei großer Verkehrsdichte, schlechter Witterung und wenig Sicht mit nicht angepasster Geschwindigkeit zu fahren, ist brandgefährlich und verantwortungslos gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern."

Bei den Alkolenkern kristallisiert sich ein bedenkliches Feld heraus. Rund 20 Prozent von ihnen haben im Schnitt schon über 1,6 Promille im Blut. Auf Autobahnen und Bundesstraßen registrieren die Verkehrspolizisten eine sehr hohe Gurtenanlegequote. Im Nahverkehr nimmt sie allerdings dramatisch ab. Gleiches gilt für die Kindersicherungen.

Als "Kavaliersdelikt" abgetan wird, so Mailänder, häufig das Handytelefonieren am Steuer. "Hier herrscht oft wahre Ignoranz. Selbst wenn das Polizeiauto an der Kreuzung neben einem Telefonierer steht, denkt der ,Sünder' nicht ans Auflegen", schildert Mailänder. Was er und seine Kollegen noch so beobachten: Schminken, Zeitunglesen, Essen, Fernsehen oder DVD-Schauen - hinter dem Lenkerrad scheint alles möglich, was von der Konzentration ablenkt.

PETER KIMESWENGER

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