Salzburg bleibt Chefsache
Am 28. Februar wird die Porsche Holding Salzburg in das Volkswagen-Reich eingegliedert. Die Musik spielt jetzt in Wolfsburg.

Foto © Porsche
Die Übernahme geht früher als erwartet über die Bühne. Am 28. Februar, am Tag der Eröffnung des Genfer Salons, wird Europas größter Automobilkonzern die Porsche Holding Salzburg um 3,3 Millionen Euro kaufen. Die Familien Porsche und Piech , denen das florierende Vorzeige-Unternehmen gehört, üben damit eine Put-Option aus, die vor einem Jahr vereinbart worden war.
Ab 1. März werden mehr als 20.000 Mitarbeiter in 18 europäischen Ländern, aber auch in China, ihr Gehalt nicht mehr aus Salzburg, sondern de facto aus Wolfsburg überwiesen bekommen. Eine Ära geht zu Ende. Der von Luise Piech 1949 gegründete Importbetrieb, der sich zu Europas größtem Autohaus mauserte und im letzten Geschäftsjahr 12,2 Milliarden Euro umsetzte, war jahrzehntelang die Gelddruckmaschine der rot-weiß-roten Auto-Dynastie. In den besten Zeiten verkaufte das größte Privatunternehmen Österreichs mehr als 500.000 Autos pro Jahr.
Stimmt es, was die neuen Eigentümer beteuern, soll sich nur der Name ändern und in Porsche Automotive GesmbH umgewandelt werden. Europas größter Automobilkonzern garantiert die Eigenständigkeit seines neuen Vertriebs-Juwels und will die Profi-Verkäufer aus Salzburg mit weiteren Aufgaben betrauen. Dennoch schaut so mancher Porsche-Manager leicht skeptisch Richtung Wolfsburg. Auch stellt sich die Frage, ob die drei erfolgreichen Geschäftsführer Wolf-Dieter Hellmaier, Kurt Loidl und Hans-Peter Schützinger weiter vorne lenken dürfen. Der Vertrag von Sprecher Hellmaier, er ist 67, läuft heuer aus. Viele vermuten, dass aus Wolfsburg ein starker Mann an Bord kommen wird. Ein Kandidat könnte auch der Steirer Markus Angerer sein, der für Porsche das China-Geschäft aufbaute und kürzlich nach Europa zurückbeordert wurde.
Pikanterweiserweise sollte da das Wort eines ehemaligen Weggefährten des Salzburger-Trios gelten. Der aus Tirol stammende Vertriebsvorstand Christian Klingler wird sich dabei mit VW-Konzern-Boss Martin Winterkorn abstimmen, aber freilich wird er wohl auch Aufsichtsratschef und Großaktionär Ferdinand Piech fragen müssen. Denn was in Salzburg passiert, ist immer noch Chefsache.













