"Binnen vier Jahren jeden Lenker kontrollieren"
Verkehrssicherheit: Die Steiermark ist auf Erfolgskurs. Wolfgang Staudacher, oberster Verkehrsüberwacher, über die nächsten Ziele.

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Herr Staudacher, die Steiermark weist österreichweit die beste Entwicklung auf: 55 Prozent weniger Tote im Straßenverkehr seit 2000. Worauf führen Sie das zurück?
WOLFGANG STAUDACHER: Wir haben 2003 mit Partnern das Verkehrssicherheitsprogramm entwickelt und ab 2004 mit vereinten Kräften umgesetzt.
Welchen Anteil hat dabei die Überwachung?
STAUDACHER: Die Zahl der Kontrollen wurde in die Höhe geschraubt, aber das ist nur ein Teil des Ganzen. Ein Drittel unserer Arbeit investieren wir in die Prävention. Und in Zukunft steht beim Kontrollieren und Strafen auch die Überzeugungsarbeit stärker im Vordergrund. Ein Lenker soll nicht nur zahlen, er soll sein Verhalten ändern, das ist unser Ziel. Ab Herbst starten wir dazu eine interne Fortbildungskampagne.
Sind die Verkehrsteilnehmer nun vernünftiger geworden? Oder sind die Gründe für den erfreulichen Rückgang bei den Verkehrstoten woanders zu suchen?
STAUDACHER: Das zu beurteilen ist schwierig. Aber großen Einfluss schreibe ich der Entwicklung der Fahrzeuge zu, den hohen Standards der Notfallmedizin und auch den sicheren Straßen. Nicht vergessen darf man einige gesetzliche Änderungen und Hilfsmittel wie das Vortestgerät bei Alkoholverdacht.
Stichwort Kontrolle - worauf haben sich Autofahrer in den nächsten Jahren einzustellen? Mehr Überwachung?
STAUDACHER: Wir haben uns zwei Ziele gesetzt: Zum einen wollen wir jeden Monat auf mindestens 25.000 Kontrollstunden kommen. Zum anderen nehmen wir uns vor, in den nächsten vier Jahren jeden steirischen Zulassungsbesitzer, das sind 660.000, zumindest einmal zu kontrollieren. Unser Schwerpunkt wird der Alkohol sein. Es geht um die Präsenz auf der Straße.
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MINUS 55 PROZENT
Eine Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt, dass drei Bundesländer das Ziel des ausgelaufenen Verkehrssicherheitsprogrammes - eine Reduktion der Zahl der Verkehrstoten um 50 Prozent - übertroffen haben: Steiermark, Tirol und Burgenland.
In der Steiermark beträgt der Rückgang seit dem Jahr 2000 55 Prozent. "Die zusätzlichen Maßnahmen im Land waren besonders erfolgreich", lobt VCÖ-Experte Martin Blum. Demnächst wird ein neues Verkehrssicherheitsprogramm vorgestellt.













