Sekundenschlaf: Die unerforschte Gefahr
Im Jahr 2009 wurden laut ÖAMTC auf Österreichs Straßen 630 Personen getötet. Wie viele von ihnen aufgrund eines Sekundenschlafes umkamen, ist unklar.

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Bei lediglich 25 der Fälle wird Übermüdung vermutet. Soll heißen: Man weiß noch sehr wenig über Sekundenschlaf, wie und wann er auftritt, was ihn begünstigt, wer dafür anfällig ist, was mit Geist und Körper dabei geschieht und wie man ihn erfassen soll. Eine umfangreiche Studie des Clubs und etlichen Kooperationspartnern wie der Asfinag oder der MedUni Wien soll bald wertvolle Erkenntnisse liefern.
Allein der Ablauf mancher tödlicher Unfälle gebe Grund zur Annahme, dass Übermüdung samt damit verbundener Unkonzentriertheit sowie Sekundenschlaf die Auslöser waren, betonte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Auch die Statistik lässt darauf schließen, dass Sekundenschlaf öfter im Spiel sein dürfte, als bisher angenommen.
Zahl der Todesopfer ist gestiegen
Denn überproportional viele Unfälle mit tödlichem Ausgang - verglichen mit den Unfällen und Verletzten zu dieser Uhrzeit - ereignen sich zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr auf Freilandstraßen. Die Zahl der Todesopfer ist dabei in den vergangenen drei Jahren gestiegen, und zwar entgegen dem allgemeinen Trend, dass die Zahl der Gesamtgetöteten im Straßenverkehr sinkt.
Die Sekundenschlaf-Studie sollte unter möglichst realitätsnahen Bedingungen durchgeführt werden - also nicht etwa am Fahrsimulator. Nebst den Testfahrten gehörten zahlreiche Fragebögen und Reaktionstests zum Programm. Die Cockpits der Autos glichen Schlaflabors: Bordkameras, Elektroden an den Probanden-Köpfen zur Messung von Hirnströmen sowie Muskelkontraktionen der Augen und des Gesichter, dazu GPS- und Videoaufzeichnungen der Fahrten und sogar Speichelproben.
Untersucht sollte auch die Bedeutung des sogenannten Power-Naps, also einer kurzen Schlafpause, werden. Dazu wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt. Während die eine zweieinhalb Stunden durchfahren musste, durfte die andere ein Nickerchen einschieben. Insgesamt legten die Testfahrer 5.775 Kilometer zurück, was 5.670 Stunden Auswertungsmaterial ergab. Mit dem Endergebnis der Studie beziehungsweise mit deren Präsentation rechnet der ÖAMTC Ende Februar 2011.













