85 Prozent pfeifen auf Tempolimits
Vor allem die Tempo-30-Zone in Ortschaften wird von Kärntner Lenkern missachtet. Ein Drittel aller tödlichen Unfälle ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

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Mit 90 Stundenkilometern durch die Tempo-30-Zone rasen. Nicht die Regel, aber auch keine Seltenheit. Wie eine Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) ergab, überschreiten 85 Prozent der Kärntner Pkw-Lenker Tempo-30-Limits. 87 Prozent der Autofahrer missachten sogar die 50er-Beschränkung.
Das Problem - nicht nur in Ortsgebieten: "Die Geschwindigkeitsvorgaben werden meist als Richtwert und nicht als maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit wahrgenommen", sagt Adolf Winkler, Leiter der Verkehrsabteilung der Kärntner Polizei. Auch Martin Kobald vom Kärntner KfV bemängelt diese Einstellung bei Autofahrern. "Gerade im Ortsgebiet gibt es viele ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Kinder und Radfahrer. Das Einhalten der Limits ist absolut notwendig. Rasen kann tödlich enden", fügt Kobald hinzu. Das bestätigen auch die Zahlen: Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zählt zu den häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Ein Drittel solcher Unfälle endet tödlich.
Ein Grund, warum der Präsident des Gemeindebundes Helmut Mödlhammer darauf besteht, dass die Einhaltung der Tempolimits im Ortsgebiet stärker überwacht werden soll. "Mir wäre im Grunde egal, wer diese Kontrollen durchführt. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass die Polizeibehörden mit ihren Ressourcen dazu nicht imstande sind", sagt Mödlhammer.
Tod auf der Freilandstraße
Jeder zweite tödliche Unfall in Österreich passiert auf einer Freilandstraße. 47 Prozent der Autolenker fahren auf Freilandstraßen mit 70 km/h-Beschränkung schneller als erlaubt, mit 80 km/h-Beschränkung sind es 18 Prozent, mit 100 km/h-Beschränkung 14 Prozent. Auf Autobahnen fährt jeder 13. Autofahrer schneller als 130 km/h.
Moped- und Motorradfahrer schneiden sogar noch schlechter im Straßenverkehr ab als Autolenker: 93 Prozent der Zweiradfahrer rasen durch Tempo-30-Zonen. 89 Prozent missachten die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im Ortsgebiet. Auf Freilandstraßen ist jeder zweite Motorradlenker bei einer 100 km/h-Begrenzung schneller unterwegs.
Features
Gesetzesnovelle
Härtere Strafen dürfte es ab kommendem Jahr gegen Raser geben. Kern der Gesetzesnovelle ist eine Staffelung, wonach die Dauer des Führerscheinentzugs vom Ausmaß der Geschwindigkeitsübertretung abhängig ist.
Bisher war es egal, ob jemand auf einer Freilandstraße mit 150 oder 220 km/h erwischt wurde. Der Führerschein war für zwei Wochen weg. Mit dem neuen Gesetz kann er aber auch ein halbes Jahr entzogen werden.













