Der Schutzweg ist keine Schutzzone
Binnen weniger Stunden gab es Montag drei schwere Fußgängerunfälle. Unter den Opfern ist auch ein Kind. Experte fordert Videoüberwachung.

Foto © Traussnig KLZ
Kinder und auch Erwachsene glauben, auf dem Zebrastreifen sicher zu sein. Ein Irrglaube. Der sogenannte Schutzweg ist keine Schutzzone. In den vergangenen Stunden gab es gleich drei schwere Fußgängerunfälle auf Schutzwegen in Kärnten. Unter den Verletzten ist ein fünfjähriges Mädchen.
Fahrerflucht
Eine Ärztin (36) wollte am Montag um 18.50 Uhr mit ihren drei Kindern auf einem Zebrastreifen die Auer-von-Welsbach-Straße in Villach überqueren. Plötzlich erfasste ein Auto ihre Tochter (5). Der Lenker flüchtete. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen dunklen BMW oder Mercedes, vermutlich mit dem Kennzeichen VL. Das Kind wurde zur Beobachtung stationär im LKH Villach aufgenommen. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.
In Klagenfurt wurde gestern um 0.50 Uhr eine 18-Jährige beim Überqueren eines Zebrastreifens auf dem Südring von einem Auto erfasst. Die Frau wurde auf die Motorhaube geschleudert, von der sie nach 33 Metern, als das Auto stehen blieb, auf die Fahrbahn stürzte. Sie wurde unbestimmten Grades verletzt. Der Lenker war ein 22-jähriger Glaser. In der Villacher Straße in Klagenfurt wurde am Montag um 17.45 Uhr ein Angestellter (29) auf einem Zebrastreifen vom Auto einer Schülerin (19) erfasst und unbestimmten Grades verletzt.
Fußgängerunfälle auf Zebrastreifen bleiben ein Problemfeld. Im ersten Halbjahr 2010 wurden laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) 522 Fußgänger auf Schutzwegen verletzt, zehn Menschen starben. Erhebungen ergaben, dass die Anhaltemoral vor Zebrastreifen nachgelassen hat. Othmar Tann, Direktor des KfV, fordert eine Videoüberwachung ausgewählter Schutzwege, insbesondere jener vor Schulen. Den ersten videoüberwachten Zebrastreifen Österreichs gibt es seit Mitte September in Wien.













