Fahrverbot vor Schulen: Auch Graz überlegt
Seit 21 Jahren gibt es in Bozen in Südtirol "Schulstraßen", wo für Autos ein teilweises Fahrverbot gilt. Stau wird vermieden, die Sicherheit erhöht. Graz will diese Idee jetzt auch aufgreifen.

Foto © KLZ/FuchsFahrverbot für Schulbeginn?
Im Bereich von zehn Volksschulen in Bozen (Südtirol) gibt es "temporäre autofreie Zonen". Auf diesen "Schulstraßen" gilt für Autos 15 Minuten vor Schulbeginn und 15 Minuten nach Schulschluss ein Durchfahrtsverbot. Lotsen stellen für diese Zeit die Verbotstafeln auf, begleiten die Kleinen auch sicher in die Schule oder zu "Elternhaltestellen" außerhalb der Zone.
Weniger Verkehr und Unfälle
Nicht nur sei die Unfallrate auf die Hälfte minimiert worden, weil Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule bringen und so weniger Verkehr verursachten. Auch die Kinder selbst hätten gelernt, die Schule auf selbstständige und sichere Weise zu erreichen. Das berichtet Nives Fedel von der Polizei in Bozen, die das Projekt gestern bei der Grazer "Forschungsgesellschaft Mobilität" (FGM) vor Verkehrsexperten präsentierte.
Nach anfänglichem Widerstand vor allem der Eltern, so Fedel, laufe das Projekt seit 21 Jahren sehr erfolgreich. Beim Start waren sechs Schulen dabei, seit 2006 sind es zehn. In Zusammenarbeit von Schulen, Polizei, Gemeinde Bozen und Schullotsen werde die Kinder umfassend "korrektes Fußgängerverhalten gelehrt", so Fedel. Inzwischen kommen in Bozen Volksschulkinder zu 80 Prozent mit Öffis, Rad oder zu Fuß in die Schule, ihr Fußgängeranteil ist 45 Prozent.
Karl Reiter und Susanne Wrighton von der FGM wollen dieses Konzept nun auch auf Graz übertragen. Zwei Volksschulen, Andritz und Schulschwestern in Eggenberg, sollen als Pilotprojekte fungieren. Die Grazer Verkehrsreferentin Lisa Rücker (Grüne) begrüßt dieses Konzept: "Aber nur gemeinsam mit Eltern, Schulen und Lehrern als Partner. Und an Schulen, wo das auch möglich ist."
















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