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Zuletzt aktualisiert: 14.09.2010 um 21:15 UhrKommentare

Städte wollen Verkehrszeichen verbannen

"Shared Space" scheint der neue Trend in Österreichs Städten zu sein. Gleinstätten in der Steiermark hat es vorgemacht und weitere Städte wollen folgen: unter ihnen auch Velden am Wörthersee. Verkehrszeichen sollen verbannt werden, man hofft auf gesteigerte Aufmerksamkeit.

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"Shared Space": Städte ohne Ampeln und Schilder

Verkehrsexperten aus ganz Österreich starren gebannt nach Gleinstätten. Die 1500-Seelen-Gemeinde hat 500 Meter ihres Ortszentrums nach dem Konzept von "Shared Space" umgestaltet. Auf Ampeln, Schilder, Zebrastreifen und strikte Trennung von Fahrbahn und Gehsteig wird verzichtet. (Siehe Reportage außen rechts) Klingt gefährlich und kann es auch leicht werden. Es sei denn, "die Verkehrsteilnehmer entwickeln eine neue Kultur und lernen, rücksichtsvoll miteinander umzugehen", sagt Herbert Knoflacher, der "Verkehrsprofessor" aus Kärnten.

Die Grundidee, Straßen, Wege, Plätze als einen großen öffentlichen Raum (space) zu sehen, den sich die Menschen teilen (share), stößt auch in Kärnten auf Interesse. "Seit vergangenem Winter haben wir ein Pilotprojekt in Kärnten in Planung, und zwar in Velden", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Es habe bereits zwei Bürgerversammlungen gegeben, zwischen denen die Grundstimmung von Skepsis zu "enormem positivem Interesse" umgeschlagen sei, so Dörfler.

Gleinstätten gibt dem Veldener Projekt Schwung. "Ich werde mit unseren Experten mindestens einmal vor Ort sein. Wir wollen deren Erfahrungen auswerten und unsere Pläne gegebenenfalls nachadaptieren", sagt Dörfler. Er kann sich vorstellen, dass man die nächste Sommersaison abwartet und im Frühjahr 2012 mit den Arbeiten in Velden beginnt. "Das Land finanziert den Umbau der Straße und die Hälfte der Kosten für die Neugestaltung der Gehwege", verspricht Dörfler.

Auch Klagenfurts Verkehrs-Stadtrat Peter Steinkellner macht Dampf: "Meine Fachleute prüfen, wo im gesamten Stadtgebiet man das ,Shared Spaces'-Konzept anwenden kann. In zwei, drei Monaten, wenn die Pläne auf dem Tisch liegen, werden wir eine breite Diskussion einleiten. Vorher bringt das nichts."

"Shared Space kann zumindest nicht schaden", gibt sich Uni-Experte Knoflacher gedämpft optimistisch. Seine Lieblingslösung sei das nicht, "weil immer noch Autos am Verkehr teilnehmen, aber sie müssen wenigstens langsam fahren". Außerdem hätten die parkenden Autos zu verschwinden, weil niemand innerhalb eines Meters bremsen kann. Und übrigens sei das alles gar nicht so neu: "Ich habe so etwas schon 1968 für den Graben in der Wiener Innenstadt geplant."

JOCHEN BENDELE

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