Tollkühne Männer in fliegenden Kisten
Wenn der Earl of March zum "Festival of Speed" nach Goodwood lädt, huldigt England dem Motorsport.

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Es gibt heute kaum mehr Reservate, in denen Autofans ein Hochamt zelebrieren können: Die Mille Miglia, der Pebble Beach Concours d'Elegance und die PS-Partys des autoverliebten Earl of March, der Gleichgesinnte auf sein Anwesen an der Südküste Englands einlädt. Bei seinem Festival of Speed macht alles mobil, was sich jemals im Namen des Motorsports bewegt hat, und Hunderttausende Fans huldigen ihnen. Wenn der Lord ruft, folgen auch Legenden wie Sir Stirling Moss, Sir Jackie Stewart oder Formel-1-Jungspunde wie Lewis Hamilton zur Schmalspur-Rennstrecke.
Drei Tage lang bolzen sie beim Hillclimb, einem Bergrennen, durch den Vorgarten. Den Hügel erklimmen Boliden von gestern bis heute, vom 1902er Mercedes Simplex bis zu seinem Ururenkel, dem aktuellen Formel-1-Pferd aus dem Stuttgarter Rennstall. Nur Strohballen trennen auf der Strecke Menschen von Maschinen, Kurven werden quer genommen, der Asphalt mit Reifenspuren verziert.
Im Fahrerlager ist man den Renngeräten nahe wie nie, was sonst in Watte gepackt in Museen steht, parkt hier wie Nachbars Golf. Und dann ist da diese Stimmung: Reifenkreischen, Motorenbrüllen, Auspuffdröhnen, das Vibrieren in der Magengrube. Menschentrauben drängeln sich um knisternde Boliden, Picknicken auf dem Rasen, überall selige Gesichter - das kann nur Goodwood.
Die Sinfonie aus Stahl tönt auch hoch in der Luft, wenn der Avro Vulcan Bomber (links oben) aus den 50ern über das Festival-Volk gleitet. Ein Verein hat fast acht Millionen Euro aufgetrieben, damit sie die Lufthoheit wieder erlangt. Die spinnen, die Briten. Und das ist gut so.













