Toyota droht in den USA Millionenstrafe
Die US-Regierung fordert 16,4 Millionen Dollar Schadensersatz. Toyota habe die Behörden "mindestens vier Monate lang" nicht über die Sicherheitsmängel informiert, heißt es aus dem US-Verkehrsministerium.

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Dem japanischen Autobauer Toyota droht wegen seiner Pannenserie in den USA eine Strafe in Millionenhöhe. Die US-Regierung fordere von Toyota knapp 16,4 Mio. Dollar (12,24 Mio. Euro) Schadensersatz, erklärte das US-Verkehrsministerium am Montag in Washington. Toyota habe die Behörden "mindestens vier Monate lang" nicht über die Sicherheitsmängel informiert und somit seine Pflichten verletzt.
Das US-Verkehrsministerium wertete im Fall Toyota 70.000 Seiten Beweise aus. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, die dem Ministerium untersteht, erklärte am Montag, Toyota habe Probleme an den Gas- und Bremspedalen der Fahrzeuge verschwiegen, obwohl das Unternehmen gewusst habe, dass davon ein "hohes Risiko für Kunden" ausgehe. Dabei seien Autobauer bei etwaigen Mängeln verpflichtet, die NHTSA innerhalb von fünf Tagen über diese aufzuklären. "Wir haben nun den Beweis dafür, dass Toyota seine Verpflichtungen verletzt hat", wurde US-Verkehrsminister Ray LaHood in der Erklärung zitiert. Toyota habe "wissentlich einen gefährlichen Defekt geheim gehalten" und damit nichts unternommen, um "Millionen Autofahrer und ihre Familien zu schützen". Das Ministerium wirft Toyota vor, spätestens am 29. September von Problemen mit klemmenden Gaspedalen gewusst zu haben; der Rückruf sei in den USA aber erst am 21. Jänner erfolgt.
Der japanische Autobauer hatte wegen Schwierigkeiten mit Gaspedalen, Bremsen und Fußmatten in den vergangenen Monaten weltweit fast neun Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen müssen, darunter mehr als sechs Millionen in den USA. In Europa waren 1,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die technischen Probleme werden für rund 50 tödliche Unfälle in den USA verantwortlich gemacht. Am Dienstag gab zudem das Verkehrsministerium in Südkorea bekannt, dass Toyota in dem Land fast 13.000 Autos wegen Problemen mit Fußmatten zurückrufen muss. Toyota hat nun zwei Wochen Zeit, um auf die Zahlungsaufforderung zu reagieren und die Strafe entweder zu begleichen oder anzufechten. Sollte der Autobauer zahlen, wäre die Maximalstrafe von 16,375 Mio. Dollar die höchste Strafe, die die NHTSA je gegen einen Autohersteller wegen eines solchen Vergehens verhängt hat. Sollten sich beide Seiten nicht einigen können, dürfte die Sache vor Gericht ausgetragen werden.
Der Autobauer erklärte in einer ersten Reaktion, ihm liege noch kein Schreiben der NHTSA vor. Hingegen seien bereits "zahlreiche Maßnahmen" ergriffen worden, um die Kommunikation mit den Behörden und den Kunden zu verbessern. Auf Toyota könnten auch noch weitere Schwierigkeiten zukommen: Die NHTSA untersuche noch, ob Toyota "weitere Verstöße begangen hat", erklärte das Verkehrsministerium. Der japanische Autobauer sieht sich in den USA wegen der technischen Probleme zudem bereits mit mehreren Sammelklagen von Autobesitzern konfrontiert. Nach Ansicht von Anwälten steht auch jenen Toyota-Käufern eine Entschädigung zu, deren Auto keine Probleme aufweist.













