Neues Angebot für Opel soll Magna ausbremsen
Im Rennen um den angeschlagenen Autobauer will der Finanzinvestor RHJI seinen Mitbieter Magna mit einem neuen Angebot aus dem Feld schlagen.

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Mit dem Vorhaben vertrauten Kreise bestätigten einen Bericht der "Bild am Sonntag", wonach der Ableger des Finanzinvestors Ripplewood in der kommenden Woche ein neues Angebot unterbreiten will. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich nicht dazu äußern. Indes gerät der Übernahmeplan des kanadischen Autozulieferers Magna, angeblich ins Stocken: Magna hat seinen Plan das Geschäft bereits in der nächsten Woche abzuschließen offenbar aufgegeben.
RHJI verhandle seit Wochen intensiv mit der einstigen Opel-Mutter General Motors(GM), berichtete "Bild am Sonntag" ohne Angabe von Quellen. Ziel sei es, noch im Laufe dieser Woche dem GM-Vorstand in Detroit und dem deutschen Treuhand-Beirat, der die Mehrheit an Opel hält, ein komplexes Vertragswerk vorzulegen.
Standorte
Dabei wolle RHJI anders als zuvor zusichern, alle deutschen Standorte zu erhalten, auch das Werk in Bochum, und weniger als 10.000 Arbeitsplätze europaweit abbauen. Der RHJI-Restrukturierungsplan sehe einen Garantiebedarf der europäischen Staaten mit GM-Standorten von insgesamt 3,8 Mrd. Euro vor, die spätestens bis 2014 zurückgezahlt werden sollten - das wäre knapp eine Milliarde Euro weniger als bei Magna. RHJI lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte dem Blatt: "Die Bundesregierung spricht selbstverständlich mit allen, die sich ernsthaft an sie wenden." Guttenberg warnte vor einer verfrühten Festlegung auf einen Bieter. Neben Magna und RHJ ist auch der chinesische Hersteller BAIC an Opel interessiert. BAIC hat sein Angebot Kreisen zufolge zuletzt ebenfalls nachgebessert.Magna hat mittlerweile eine für kommenden Dienstag erwartete Aufsichtsratssitzung zu dem Thema auf einen nicht genannten Termin verschoben. Damit sei auch der 15. Juli als Stichtag hinfällig, den Magna-Co-Chef Siegfried Wolf für die Vorlage eines Vorvertrags mit Opel geplant hatte, hieß es in einem Bericht der Branchenzeitung "Automobilwoche". Eine Verschiebung des Termins hatte sich wegen der vielen zu berücksichtigenden Interessen schon abgezeichnet.
Selbst wenn sich Wolf mit GM-Chefunterhändler John Smith schnell einigt, muss immer noch das US-Finanzministerium als größter GM-Anteilseigner zustimmen, ebenso die Bundesregierung und die Opel-Länder, die die Hand auf den milliardenschweren Staatsgarantien haben. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz warnte davor, die Verzögerungen überzubewerten. "Es kann im Endspurt sein, dass der Abschluss noch um zwei bis drei Tage verschoben wird", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Es handle sich aber um "nichts Besorgniserregendes".













