Erotische Plakate können "gedanklich blind" machen
Beim Autofahren werden rund 90 Prozent aller Informationen über die Augen aufgenommen - das kann fatal werden.

Foto © APAErfreuliche Ansichten, aber nicht beim Fahren
Erotische Motive auf Plakatwänden können die Sicherheit beim Autofahren beeinträchtigen. "Eine amerikanische Studie bestätigt, dass derart 'emotional aufwühlende' Bilder ablenken und für bis zu eine Sekunde 'gedanklich blind' machen", berichtete Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC.
90 Prozent. Beim Autofahren werden rund 90 Prozent aller Informationen über
die Augen aufgenommen. "Es ist daher naheliegend, dass
Verkehrsteilnehmern durch so manches Plakat die für den
Straßenverkehr nötige Aufmerksamkeit geraubt wird", meint
Seidenberger. Unachtsamkeit und Ablenkung rangieren auf Platz vier
der Ursachen bei tödlichen Unfällen im Straßenverkehr.
Reizüberflutung. "Normalerweise werden Informationen, die momentan nicht
fahrrelevant sind, ausgeblendet, um eine Reizüberflutung zu
verhindern" erklärt die Verkehrspsychologin. "Ablenkende Reize, wie
zum Beispiel erotische Bilder, können jedoch kurzfristig beim Lenker
Fehler im Selektionsprozess verursachen." Verkehrsrelevante
Informationen könnten, obwohl objektiv vorhanden, nicht rechtzeitig
erkannt, verarbeitet oder umgesetzt werden.
Faktoren. "Welche Bilder stärker bewusst wahrgenommen werden, hängt von der
Reizstärke, der Neuheit und Seltenheit des Reizes sowie von der betrachtenden Person ab", so die Expertin. "Besonders abgelenkt durch erotische oder aufwühlende Bilder werden laut der
amerikanischen Studie eher sehr vorsichtige und ängstliche Personen".
Diese versuchen jedem möglichen Schaden von vorne herein
zu vermeiden und sind daher überaus anfällig für derartige
Ablenkungen.













