Alko-Lenker: Frauen sind im Vormarsch
Steigende Zahl von Alko-Lenkern beunruhigt: Fahrer trinken mehr, die Frauen holen auf und ein Trend-Ende ist nicht in Sicht.

Foto © Reuters
Die Zahl ist nicht belegt, aber Verkehrspsychologe Dieter Krainz (Kuratorium für Verkehrssicherheit, KfV)) und Suchtexperte Herwig Scholz sind sich relativ einig: Je nach Tageszeit fahren zwischen drei und gut sieben Prozent der Autolenker am Rand der Alkoholisierungsgrenze oder sogar darüber.
Betrunken gefahren.
Deren Dosis steigt! Krainz: "51 Prozent der Lenker bei Alkoholunfällen hatten 1,6 Promille und mehr Alkohol im Blut oder verweigerten den Alko-Test." Zwei Drittel aller Männer und ein Drittel der Frauen gaben zu, schon betrunken gefahren zu sein.
"Trink-Kollektive".
Scholz kennt "drei relevante Trink-Kollektive": "Alkoholabhängige, von denen es viele nicht schaffen, sich nüchtern hinters Lenkrad zu setzen" - in Kärnten immerhin 40.000 Personen, plus 80.000 stark Alkohol-gefährdete Menschen. Zweite Gruppe sind junge Menschen, die weder viel Erfahrung mit Alkohol noch mit Autofahren haben und die sich und ihre Fahrfähigkeit oft verhängnisvoll überschätzen. Die dritte Gruppe weiß, dass sie nicht trinken und fahren sollte, "macht aber mal eine Ausnahme".
Frauenanteil.
Frauen holen auf. Martin Kobald (KfV) hat Statistiken ausgewertet: "Seit 1995 beträgt der Frauenanteil an Alkoholunfällen 9,2 Prozent. Doch in den letzten sieben Jahren lag er fünf Mal deutlich darüber, bis hin zum Rekordwert von 16,4 Prozent 2004."
Alkohol im Spiel.
Bei "tödlichen Alleinunfällen" wird das Blut des Toten nicht untersucht. Das Innenministerium schätzte, dass bei knapp sechs Prozent dieser Unfälle Alkohol (mit-)ursächlich war. Kobald: "In Wirklichkeit ist Alkohol fast doppelt so oft im Spiel, das stand nach unserer Analyse von 1059 solcher Unfälle fest."
"Streng kontrollieren".
Was tun? "Informieren und streng kontrollieren", rät Scholz. "Der Kontrolldruck in Kärnten ist hoch", sagt Kärntens oberster Verkehrspolizist Adolf Winkler: "Die Vernünftigen haben Angst und die Wirte beschweren sich." Jetzt müssen nur noch die Unvernünftigen Angst bekommen!
















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