Blick in die Zukunft: Mein Auto handelt mit Strom
Richtungswechsel: Die E-Autos kommen, nur die Politik steht der neuen Mobilität hilflos gegenüber. Wir zeigen schon heute Kosten, Fakten und Zukunftsszenarien zum Thema auf.

Foto © Think Klein, aber fein: Elektroflitzer Think City zeigt uns die Zukunft
Die Meldungen überschlagen sich: Das Elektro-Auto Think City (Kunststoff-Karosserie, Zweisitzer, 180 km Reichweite, unter 20.000 Euro plus Batterieleasing) soll demnächst ebenso vorfahren wie das Auto des chinesischen Akkuherstellers BYD oder das chinesische E-Stadtauto der Nice Car Company, das in Österreich einen Privat-Importeur gefunden hat.
Während die Wirtschaft reagiert und neue E-Allianzen entstehen (Bosch mit Samsung), sind unsere Politiker ratlos, wie sie diese Konzepte in die Mobilitätswelt integrieren sollen (kostenfreies Parken/Mautbefreiung wie in anderen Ländern). Dabei liegen die Fakten längst auf dem Tisch, wie Anton Wenzel von
Joanneum Research bestätigt:
Reichweite. 70 bis 80 Prozent der privaten Autofahrten bewegen sich unter der 20-Kilometer-Grenze. Trotzdem gilt es in der Elektro-Auto-branche die psychologische 100-km-Reichweite zu überwinden. Man rechnet mit etwa 15 bis 20 Kilowattstunden pro 100 km (das entspricht einem Energiegehalt von etwas mehr als zwei Liter Benzin).
Die Kosten. Um eine gute Batterie für ein modernes Auto bereitzustellen, fallen pro Kilowattstunde Speicherkapazität 500 bis 1000 Euro an. Bei einer Reichweite von 100 Kilometern muss man laut Wenzel mindestens mit (Batterie-)Mehrkosten von 10.000 Euro auf das Auto rechnen. Dazu kommt das Gewicht: Der Tesla-Roadster mit über 300 km Reichweite führt 450 kg Batterien mit sich. Die aktuellen Kosten pro 100 km bei 15 Kilowattstunden Verbrauch: etwa drei Euro.
Verbrauch. Ein dreiköpfiger Haushalt benötigt rund 3900 Kilowattstunden an Strom. Und der Mehrbedarf durch E-Autos? Wenzel: ?Wenn die Elektro-Autobesitzer nur in der Nacht laden, könnte man eine Million Elektro-Fahrzeuge mit einer Jahresleistung von je 25.000 Kilometern mit einem minimalen, fünfprozentigen Energiemehraufwand mitversorgen.“ Außerdem, so Wenzel, steht das Elektro-Auto zukünftig als Energiespeichereinheit zur Diskussion – von wo in teuren Spitzenstromzeiten Energie, die nicht benötigt wird, eingespeist und verkauft werden kann.















