General Motors fährt in nur einem Quartal 15,5 Milliarden Dollar Verlust ein
Zu schaffen macht dem Konzern nicht nur der starke Absatzrückgang in Nordamerika. GM-Aktien sacken nach Bekanntgabe der desaströsen Zahlen ab.

Foto © APDer GM-Motor stottert augenblicklich gewaltig
Der angeschlagene US-Autobauer GM hat den drittschlimmsten Verlust seiner Geschichte eingefahren. Für das zweite Quartal gab der US-Konzern am Freitag vor Börseneröffnung
einen Nettoverlust von 15,5 Milliarden Dollar (9,9 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von 891 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum bekannt. Immer noch Nummer 1 vor Toyota, verkaufte GM im Vorjahr 9,4 Millionen Fahrzeuge.
Aktuelle Zahlen
Der in Detroit be-
heimatete Konzern beschäftigt derzeit rund 260.000 Mit-
arbeiter und betreibt Werke in 33 Ländern.
Nordamerika lahmt. Der Verlust je Aktie betrug dabei ohne Sonderposten 11,21 Dollar. Der Umsatz lag bei 38,2 Milliarden Dollar nach 46,7 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Für die Verluste machte GM unter anderem einen Rückgang des Absatzes in Nordamerika um ein Fünftel verantwortlich. GM-Aktien lagen nach Bekanntgabe der Zahlen vorbörslich 6,1 Prozent im Minus.
Kühne Prognosen. Mit einer fashionablen Hollywood-Party und kühnen Prognosen hatte General Motors im Jänner in Detroit das Jubeljahr gestartet. Sechs Monate danach ist beim größten Automobilhersteller der USA niemandem zum Feiern zumute. Denn nächste Woche muss der schwer ins Schleudern geratene Auto-Riese das zweite Restrukturierungsprogramm innerhalb von sechs Wochen verlauten lassen.
Abbau und Bereinigung. Es steht fest, dass GM-Chef Rick Wagoner drastische Sparmaßnahmen, eine deutliche Bereinigung der Produktpalette sowie einen weiteren Jobabbau verkünden wird, nachdem bereits Anfang Juni zehntausende Mitarbeiter mitgeteilt wurde, dass sie sich nach der Schließung von vier Pickup-Fabriken eine neue Arbeit suchen müssen.
Features
1908 gegründet
Die General Motors Corporation wurde 1908 in den USA von William C. Durant gegründet. Durant kaufte die bis dahin selbst-
ständigen Unternehmen Buick Oldsmobile, Pontiac und Cadillac. 1918 folgte dann Chevrolet. 1925 verstärkte GM seine Wettbewerbs-
position in Europa mit der Übernahme von Vauxhall in England. Adam Opel in Deutschland kam 1929 als zweites europäisches Unternehmen in die GM-Organisation.













