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Zuletzt aktualisiert: 11.07.2008 um 11:21 UhrKommentare

Auf Maut-Flüchtlinge lauern teure Fallen

Ausweichrouten, um der slowenischen Vignetten-Pflicht zu entgehen, taugen meist wenig, ergab ein Test des ÖAMTC. Sie können sogar zur teuren Falle werden.

Seit Juli wird auch in Slowenien "geklebt"

Foto © ReutersSeit Juli wird auch in Slowenien "geklebt"

Es führt fast kein Weg vorbei an der slowenischen Vignette. Seit Monatsbeginn ist das Maut-Pickerl auf den Autobahnen des südlichen Nachbarlandes bekanntlich verpflichtend, was zur Zeit vor allem durchreisende Touristen ärgert. Wer allerdings auf dem Weg nach Kroatien die slowenische Vignetten-Pflicht auf Ausweichrouten umfahren will, muss vorsichtig sein. Es lauern teure Fallen, wie mehrere Testfahrten des ÖAMTC nun belegen.

Keine echte Option. So ist die nahe liegende Alternativ-Strecke von Spielfeld nach Marburg über die Bundesstraße R 437 keine wirkliche Option, warnt der Autofahrerklub. Denn dafür muss man den Kreisverkehr Pesnica überqueren, wo die erste Falle wartet. Dort mündet nämlich auch die parallel laufende Autobahn ein, was den Kreisverkehr ebenfalls vignettenpflichtig macht. "Wir wissen zwar nicht, wie streng das kontrolliert wird, aber angesichts der Strafen von 300 bis 800 Euro raten wir von dieser Route ab", sagt Erika Kabourek vom ÖAMTC. Dazu kommt, dass im regionalen Grenzbereich bei Spielfeld eine 40-km/h-Beschränkung gilt. Mehrere Autofahrer hätten dort bereits von verstärkten Radarkontrollen berichtet, heißt es beim Autofahrerklub.

Nur für Ortskundige. Auch die großräumigeren Ausweichrouten taugen wenig. Wer zum Beispiel über den Grenzübergang Mureck und via Ptuj nach Kroatien reisen will, muss sich auf eine längere Fahrt einstellen. Die Straßen sind teils sehr schmal und nicht ausgebaut. Laut ÖAMTC ist die Route für Wohnmobile nicht empfehlenswert. Auch auf anderen Strecken drohen Zeitverluste von bis zu eineinhalb Stunden. Um tatsächlich mautfrei nach Kroatien oder Triest zu kommen, empfiehlt es sich, ortskundig zu sein. Ansonsten bleibt nur der Griff in die Geldtasche: Die Halbjahresvignette für Pkw kostet 35 Euro, für Motorräder 17,50. Die Fahrt durch den Karawankentunnel ist in diesem Preis nicht enthalten.

Staugefahr. Die Autofahrerklubs raten davon ab, die Pickerl erst an den Grenzübergängen zu kaufen. Vergangenes Wochenende hat das zu massiven Staus geführt.

GÜNTER PILCH

Fakten

Erhältlich sind die slowenischen Vignetten bei Tankstellen in Grenznähe und an den Grenzübergängen. Der ÖAMTC verkauft die Pickerl an allen Kärntner Stützpunkten und in Graz.

Anbringung: Derzeit nur links auf der Windschutzscheibe, in wenigen Tagen auf der ganzen Windschutzscheibe erlaubt.

Foto

Foto © ÖAMTC

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