Bures will Raser und Alkolenker ausbremsen
Um die Zahl der Verkehrstoten in Österreich weiter zu senken, setzt Verkehrsministerin Doris Bures vor allem bei den Alkosündern und Schnellfahrern an.

Foto © APAAlkohol am Steuer: Alles andere als Kavaliersdelikt
Die Zahl der Verkehrstoten in Österreich ist zwar
schon seit Jahren konstant rückläufig, das Verkehrssicherheitsziel,
bis 2010 unter 500 Todesopfer zu kommen, ist allerdings noch in
weiter Ferne. Verkehrsministerin Doris Bures (S) will zur
Unfallreduktion vor allem bei den Alkosündern und Raser ansetzen, wie
sie im APA-Interview sagte. Erstere sollen beim ersten Vergehen in
ein Coaching gesteckt werden, bei Schnellfahrern will sie
Mindeststrafen einführen.
Unfallursache.
Die beiden Bereiche seien für die meisten tödlichen Unfälle
verantwortlich, begründete Bures ihre Vorhaben. Wer betrunken Auto
fährt und erwischt wird, soll nach Vorstellung der Ministerin künftig
schon beim ersten Verstoß ein Coaching verpasst bekommen. "Es ist
sinnvoll, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es
lebensgefährlich für sich selbst und die Umwelt ist, wenn man
alkoholisiert Auto fährt. Das wird offensichtlich von vielen
unterschätzt." Dass die Ahndung von Geschwindigkeitsdelikten je nach
Bundesland stark variieren kann, will sie ebenfalls beheben: "Ich
glaube, dass es wichtig ist, dass man hier Mindeststrafen einführt",
so Bures.
Neue Verhandlungen.
Ob die Verschärfung der Strafen für Alkosünder in der Form kommen
wird, wie ihr Amtsvorgänger, Bundeskanzler Werner Faymann (S) dies
kurz vor den Neuwahlen noch geplant hatte, könne sie noch nicht
sagen, sagte Bures. Eine neue Regierung müsse auch neu verhandeln,
außerdem seien die Ansprechpartner neue. Entsprechend will sie sich
noch nicht festlegen, wie hoch die Strafen künftig sein sollen: "Über
das Ausmaß wird verhandelt." Faymann hatte im Sommer geplant gehabt,
bei leichten Alkoholisierungen die Strafen zu verdoppeln.
Handlungsbedarf.
Handlungsbedarf sieht die Ministerin beim L15-Mopedführerschein.
Im Vorjahr wurden etwa 1.495 Mopedfahranfänger im Alter von 15 Jahren
verletzt und sieben getötet. "Ich glaube, dass die Zahlen zeigen,
dass man da etwas tun muss. Von der Größenordnung bedeutet das, dass
in jedem dritten Mopedunfall ein ganz junger Verkehrsteilnehmer
involviert ist." Bures will bei der Fahrausbildung verbessern,
kündigte sie an. "Viele Unfälle passieren auch ohne Fremdeinwirkung,
das heißt, dass das offensichtlich auch etwas mit Fahrpraxis zu tun
hat." Hier müsse man eine Erhöhung vornehmen. Die Altersbegrenzung
will Bures aber bei 15 belassen. "Das wieder anzuheben, halte ich für
eine überzogene Maßnahme."
Bewusstseinsbildung.
Beim nun schon über drei Jahre alten Vormerksystem will die
Verkehrsministerin verstärkt Bewusstseinsbildung betreiben. "Wenn man
eine Umfrage macht, was die Delikte sind, wissen das die wenigsten",
sagte sie. Deshalb sollen Folder aufgelegt werden, die den
Autofahrerclubs und den Ländern zur Verfügung gestellt werden. Eine
Ankündigung, ob die Delikteliste erweitert wird, gibt es von ihr
vorerst nicht. Dazu wolle sie erst die Evaluierung abwarten, die im
Haus noch ausgewertet werde. Man werde aber über die Infokampagne
hinaus zu diskutieren haben, ob zusätzliche Delikte aufgenommen
werden.
Zulassungsschein im Scheckkartenformat.
Noch in Vorbereitung ist der von Faymann angekündigte
Zulassungsschein im Scheckkartenformat, der an den vorgezogenen
Neuwahlen scheiterte. Hier sei man in punkto rechtlicher
Voraussetzungen schon recht weit, so Bures: "Das wird relativ rasch
möglich sein." Einige Wochen seien für Nachverhandlungen
wahrscheinlich noch notwendig, sie gehe aber davon aus, dass das
Vorhaben noch 2009 umgesetzt werden kann.
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