Abhöraffäre bei Porsche und VW: Lauschangriff mit Babyphone?
Laut "Spiegel" und "Focus" sollen sowohl Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als auch der ehemalige VW-Vorstand Wolfgang Bernhard - teilweise mit kuriosen Methoden - bespitzelt worden sein.

Foto © APWendelin Wiedeking: Mit Babyphone belauscht?
Bei den deutschen Autobauern Porsche
und Volkswagen gibt es Magazinberichten zufolge eine Abhöraffäre:
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sei Mitte November offenbar mit Hilfe
eines Babyphones in einer Wolfsburger Hotelsuite bespitzelt worden,
berichteten "Spiegel" und "Focus" am Samstag im Voraus. In dem Fall
ermittelt demnach die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Auch der
frühere VW-Vorstand Wolfgang Bernhard soll den Magazinen zufolge
bereits vor einiger Zeit in seiner Wolfsburger Privatwohnung
belauscht worden sein.
Bespitzelt.
Laut "Focus" liegen dem Porsche-Werksschutz zudem Erkenntnisse
vor, dass Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück bei Gesprächen vom
Festnetz-Telefon in seinem Büro in Stuttgart-Zuffenhausen abgehört
wurde.
Rätselraten.
Den Berichten zufolge ist bisher unklar, wer hinter den
mutmaßlichen Abhöraktionen stecken könnte. Im Fall Wiedeking hatte
demnach ein Sicherheitsdienst dessen Wolfsburger Hotelsuite überprüft
und hinter einem Sofa das eingeschaltete Babyphone entdeckt. Porsche
gehe von einem "gezielt gegen Wiedeking gerichteten Abhörversuch
aus", berichtete der "Spiegel". "Focus" zufolge war das Babyphone
offenbar während des gesamten Aufenthalts von Wiedeking aktiviert.
Porsche unterrichtete demnach erst vor wenigen Tagen VW über den
Vorfall im Luxushotel. Am Mittwoch habe VW das niedersächsische
Landeskriminalamt eingeschaltet. Ein VW-Sprecher sagte dem Magazin,
VW habe mit der Sache nichts zu tun. Porsche wollte sich laut "Focus"
nicht äußern.
Wanze.
In der Privatwohnung des Ex-VW-Vorstands Bernhard in Wolfsburg
entdeckten Privatdetektive eine Wanze, berichteten beide Magazine
übereinstimmend. Das Abhörgerät hatte laut "Spiegel" offenbar schon
eine Weile seinen Dienst verrichtet, da die Batterie halb leer
gewesen sei. Dem "Focus" zufolge hatte sich der damalige Chef der
Kernmarke VW vor rund zwei Jahren darüber gewundert, dass
Manager-Kollegen über vertrauliche Gesprächsinhalte informiert waren.
Bernhard, der wenige Monate später den Autobauer verließ, war laut
"Focus" für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Volkswagen wollte
sich demnach nicht zum Fall Bernhard äußern.
Abhörsicher.
Im Fall der mutmaßlichen Bespitzelung von Porsche-Betriebsratschef
Hück in der Stuttgarter Porsche-Zentrale schaltete das Unternehmen
laut "Focus" die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein. Außerdem werde
Hücks Büro Mitte Mai zum abhörsicheren Komplex umgebaut, berichtete
das Magazin - unter anderem mit neuen Fensterscheiben und dickeren
Wänden.
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Wolfgang Bernhard Foto © AP
VW - Porsche
Porsche Holding AG ist seit 2007 zu 30 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt.













