Hauptursache von Staus ist der Mensch
Eine japanische Studie untersucht die Physik von Verkehrsstaus, die ohne erkennbare Engstellen entstehen - und kommt zum Schluss, dass "stauen" nur allzu menschlich ist.

Foto © Yuki Sugiyama et al.: Traffic Jams without bottlenecks / New Journal of PhysicsDie Versuchsanordnung
Zum ersten Mal haben japanische Wissenschaftler rund um Yuki Sugiyama in einer Versuchsanordnung die Mechanismen der Staubildung genauer untersucht: In einem Kreisverkehr mit 230 m Durchmesser waren 22 Autos mit 30 km/h unterwegs - und standen prompt im Stau. Ursache des Staus war nicht - wie es oft vorkommt - eine Engstelle, sondern schlicht und einfach menschliches Verhalten.
Schockwelle. Wenn nur ein Fahrer kurz bremst, setzt sich durch die Reaktion der folgenden Lenker die Verzögerung wie eine Schockwelle nach hinten fort und verursacht so eine Stauung. Es gehört zum natürlichen Verhalten eines Fahrers, seine Geschwindigkeit zu verringern, wenn der Abstand zum davor fahrenden Auto kleiner wird - Stau ist also mehr ein psychologisches als ein physikalisches Problem.
Verzögerungen verursachen Stau. Natürlich kann ein Stau auch nur dann entstehen, wenn die Zahl der Fahrzeuge eine kritische Dichte erreicht, andererseits wäre die direkte Reaktion der Fahrer aufeinander nicht gegeben. Wie in der Versuchsanordnung können auch im "echten Straßenleben" auf geraden Straßen kleine Verzögerungen große Auswirkungen haben, wenn der freie Fluss gestört wird - das ist sowohl bei zu langsam also auch bei zu schnell fahrenden Autos der Fall.














