Comics und Co. in Maribor
Am 6. Juli luden wir unsere Leser auf Stadtsafari in die Kulturhauptstadt Maribor: zu einem städtischen Beichtstuhl, Straßencomics, Zärtlichkeiten auf Schildern und anderen Überraschungen.

Foto © KKAuf in die Kulturhauptstadt 2012! City Tagging
Nur 72 Kilometer von Graz entfernt - und dennoch für viele eine Unbekannte: Marburg (Maribor), die Europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2012. Deswegen luden wir unsere Leser mit dieser "Kultour" auf eine Stadtsafari voller künstlerischer Interventionen, die gesichtslosen Plätzen oder Straßen in der Abwanderungsstadt Marburg zu neuer Identität verhelfen sollen.
Zuerst blickten wir aber weit in die Geschichte zurück: Den ersten Stopp der Tour gab es im entzückenden Schloss Betnava, wo mit der Schau "Ans Licht gebracht" archäologische Funde aus dem Gebiet des heutigen Sloweniens gezeigt werden, die die das Universalmuseum Joanneum in der Zeit zwischen 1811 und 1918 erforscht hat. Die Kuratorin Barbara Porod hat unsere Leser exklusiv durch die Ausstellung geführt. Und die Leiterin des Pavelhauses, Elisabeth Arlt, gab schon auf der Hinfahrt eine Einführung in die slowenisch-steirischen Kulturbeziehungen und stand für spezifische Fragen bereit.
Kleine, feine Küsse
Danach spürten wir mit einer Führung (auf Deutsch) die Kultursignale Marburgs auf: Wir lauschten dem verstärkten Ursprungsrauschen der Drau auf der Alten Brücke, konnten den Beichtstuhl und die Comicausstellung auf offener Straße besuchen, den reanimierten Wasserturm und erfuhren, wie Kunst und Kultur verlassene Stadtzüge vor dem Verfall retten sollen.
Wir streiften die eine oder andere Performance im öffentlichen Raum des Kulturhauptstadtjahrs. Statt großer Aktionen setzt man auf kleine, feine und hochwertige Interventionen. Wir wurden mitten auf der Straße von Hinweisschildern von küssenden und umarmenden Paaren überrascht, Straßenkunst weist den Weg zu Kultur, und später abends leuchteten uns die Botschaften des Autors Drago Janar den Weg.
Abends besuchten wir die erstmals eingeführten Kulturbotschaften im Festivalquartier, wo die derzeit talentiertesten jungen Künstler aus England und Slowenien ihre Arbeiten in einer Vernissage präsentieren, und ließen den Tag am Lentufer ausklingen.





