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Zuletzt aktualisiert: 31.05.2012 um 05:54 UhrKommentare

Rauchen ist gar nicht cool

Heute ist Welt-Nichtrauchertag. Die Rauch-Prävention ist gerade bei Jugendlichen gefordert, denn hier liegt die Wurzel alles qualmenden Übels.

Wer in der Jugend anfängt zu rauchen, kommt nur schwer davon los. Die Folgen sind fatal

Foto © FOTOLIA Wer in der Jugend anfängt zu rauchen, kommt nur schwer davon los. Die Folgen sind fatal

Es ist paradox. Seit Jahrzehnten werden Zigaretten als Symbol der Freiheit beworben. "Dabei ist es die Zigarette, die abhängig und so alles andere als frei macht", zeigt Waltraud Posch von der Suchtpräventionsstelle Vivid auf. Doch die Werbung wirkt: Gerade für Jugendliche steht Rauchen für Coolness und das Erwachsenwerden. 25 Prozent der 11- bis 18-Jährigen Steirer rauchen, im Europavergleich hat Österreich den dritthöchsten Raucheranteil bei Jugendlichen. Gerade da liegt die Wurzel des qualmenden Übels.

Umfrage

Wie eine Umfrage der Krebshilfe zeigt, beginnen bis zu 90 Prozent der Raucher vor dem 20. Lebensjahr mit dem regelmäßigen Griff zur "Tschick". Die Tabakprävention muss daher bei der Jugend ansetzen. Doch wie ankommen gegen Gruppenzwang und den Coolness-Faktor pink glänzender Zigaretten-Päckchen? "Verbote alleine bringen nichts", sagt Posch, "man muss auch Angebote schaffen." Dazu braucht es nicht nur einen guten Draht zu Jugendlichen, um offen über das Thema zu reden, sondern auch dir richtigen Rahmenbedingungen. "Rauchfreie Schulen und höhere Preise sind in der Jugendprävention wichtig", weiß Eva Ackbar, die die Raucherentwöhnung der steirischen Gebietskrankenkasse (GKK) leitet. Die Krebshilfe fordert ein generelles Rauchverbot in allen Bereichen, in denen sich Jugendliche aufhalten.

"Rauchen macht unfruchtbar"

Lungenfacharzt Gert Wurzinger über die fatalen Folgen des Qualms.

Dr. Wurzinger, wie wirkt sich das Rauchen auf den jugendlichen Körper aus?

GERT WURZINGER: Prinzipiell gilt: Je jünger man anfängt zu rauchen, desto größer sind die Schäden!

Warum ist das so?

WURZINGER: Die Bronchien Jugendlicher sind noch viel empfindlicher als jene Erwachsener und auch das Immunsystem reagiert extremer - daher sind die Schäden größer. Somit ist das Risiko, an Asthma oder Allergien zu erkranken, vielfach höher. Durch das Rauchen haben Jugendliche aber auch ein höheres Risiko an der unheilbaren Lungenkrankheit COPD zu erkranken. Die Flimmerhaare der Lunge werden durch das Rauchen zerstört, die Lunge verschleimt immer mehr, da der Schleim nicht mehr abtransportiert werden kann.

Gibt es noch andere Risiken, die gerade Jugendliche betreffen?

WURZINGER: Durch das Rauchen wird auch die Fruchtbarkeit von jungen Frauen und Männern beeinträchtigt. Wie in der Lunge sterben auch die Flimmerhaare in den Eileitern der Mädchen ab - so kann eine befruchtete Eizelle nicht mehr zur Gebärmutter transportiert werden und die jungen Frauen werden nicht mehr schwanger. Bei den Männern ist durch das Rauchen die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt. Und so können auch sie unfruchtbar werden.

Und auch die Vorbildwirkung ist gefordert, sagt Posch. "Von den Eltern ist eine generelle Haltung gegen das Rauchen wichtig." Das heißt: Den Kindern klar machen, dass es nicht "okay" ist, wenn sie rauchen. Beim Aufhören gilt für Jugendliche Ähnliches wie für Erwachsene: "Zuerst muss man sich bewusst werden, wann und warum man raucht", sagt Ackbar. Dann kann die Rauchentwöhnung in der Gruppe helfen, in typischen Rauchsituationen eben nicht zur Zigarette zu greifen.

Die Ausrede "Ich rauche nur gelegentlich", lässt Ackbar nicht gelten: "Jede Zigarette schadet". Schließlich kostet eine Zigarette acht Minuten Lebenszeit.

SONJA SAURUGGER

Kommentar

BERND OLBRICHKein Vorbild von BERND OLBRICH

Rauchentwöhnung

Die GKK bietet sechswöchige Seminare zur Rauchentwöhnung an. Tel.: 0316 80 35 1919 oder www.endlich-aufatmen.at

Das Rauchertelefon ist österreichweit unter 0810 81 00 13 erreichbar.

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